
Viele verbinden Fastenzeit mit Verzicht: weniger essen, weniger konsumieren, weniger Ablenkung. Das kann hilfreich sein. Doch der tiefere Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Weniger, sondern im Mehr: mehr Aufmerksamkeit für das eigene Leben, mehr Sensibilität für das, was uns innerlich bewegt, mehr Offenheit für Gott.
„Fürchte dich nicht“ – eine Zusage für diese Wochen
Über unserer diesjährigen Fastenzeit steht ein Satz, der durch die ganze Bibel klingt: „Fürchte dich nicht.“
Diese Zusage richtet sich an Menschen, die unsicher sind, überfordert, verletzt oder müde. Sie gilt nicht nur an Weihnachten, sondern gerade auch in der Fastenzeit. Denn wer ehrlich hinschaut, begegnet nicht nur dem Guten im eigenen Leben, sondern auch Unfrieden, Bruchstellen und ungelösten Fragen. Dafür braucht es Mut – und Vertrauen.
Die Sandschale – ein Ort für das, was belastet
In unseren Kirchen steht während der Fastenzeit eine Sandschale bereit. Sie ist eine stille Einladung:
Schreib in den Sand, was deinen inneren Frieden stört.
Manches tragen wir lange mit uns herum: Ärger, Neid, Wut, Enttäuschung, Angst oder Überforderung. In der Sandschale darf all das einen Platz bekommen – ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung. Was in den Sand geschrieben wird, muss nicht bleiben. Es darf verwischen, verwehen, losgelassen werden.
In der Mitte der Sandschale liegen Steine mit der Zusage: „Fürchte dich nicht.“ Sie erinnern daran, dass Gott uns nicht dort stehen lässt, wo der Unfrieden sichtbar wird. Diese Zusage möchte Frieden schenken.
Worte, die begleiten
Neben jeder Sandschale finden sich Kärtchen mit kurzen Bibelstellen, die diese Zusage vertiefen. Sie können im Stillen gelesen oder mitgenommen werden – als Begleitung durch den Tag oder durch die ganze Fastenzeit. Kleine meditative Impulse laden zusätzlich ein, innezuhalten und den eigenen Frieden neu zu suchen.
Am Aschermittwoch wurde diese Haltung sichtbar im Aschenkreuz, verbunden mit dem persönlichen Zuspruch: „Fürchte dich nicht.“ Auch ein kleines Lesezeichen soll durch die Wochen bis Ostern begleiten.
Sind Sie interessiert wie es weitergeht und wie die Fastenzeit uns ein Weg nach innen sein kann? Dann lesen Sie weiter im Dornbirner Pfarrblatt in der digitalen Ausgabe
Noch kein Abo? Dann gleich eines bestellen