Schon die Bibel erzählt ihre Geschichte entlang von Mahlzeiten. Abraham bewirtet in der Wüste drei fremde Gäste – und erfährt in dieser Gastfreundschaft die Nähe Gottes. Das Volk Israel feiert das Paschamahl als Zeichen der Befreiung aus Ägypten. Und die Psalmen singen vom gedeckten Tisch als Bild für Gottes Fürsorge: „Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde“.
Jesus selbst hat immer wieder an Tischen gesessen. Er isst mit Zöllnern und Sündern. Er lässt sich einladen. Er erzählt vom großen Festmahl des Reiches Gottes. Und er stillt nicht nur den Hunger der Menge, sondern verbindet Brot und Wort. Am Tisch geschieht Versöhnung. Am Tisch werden Menschen neu gesehen. Am Tisch wird Gemeinschaft möglich.
Der Höhepunkt all dieser biblischen Mahlgeschichten ist der Gründonnerstag. In der Nacht vor seinem Leiden setzt sich Jesus mit seinen Jüngern zu Tisch. Es ist ein Paschamahl – ein Erinnerungsmahl an die Befreiung. Und doch wird es mehr. Jesus nimmt das Brot, dankt, bricht es und sagt: „Das ist mein Leib.“ Er reicht den Kelch: „Das ist mein Blut.“ Er schenkt sich selbst – im Zeichen des Mahles.
Was hier geschieht, ist keine bloße Erinnerung an Vergangenes. Es ist ein bleibendes Zeichen: Gott bleibt gegenwärtig. Die Eucharistie ist das Mahl der Gemeinschaft mit Christus und untereinander. Sie sollte eigentlich nicht für sich allein gefeiert werden. Wir kommen als Gemeinde zusammen – mit unseren unterschiedlichen Lebensgeschichten – und werden eins in ihm.
Gerade in unserer Zeit ist das gemeinsame Mahl kostbar geworden. Viele essen nebenbei, allein, vor dem Bildschirm. Termine und Verpflichtungen bestimmen unseren Rhythmus. Umso wichtiger ist es, bewusst Orte zu schaffen, an denen wir miteinander am Tisch sitzen. Familien, die regelmäßig gemeinsam essen, spüren: Hier wächst Zusammenhalt. Hier wird zugehört. Hier entsteht Zugehörigkeit.
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