
Alljährlich feiern wir am 1. und 2. November das Fest Allerheiligen und Allerseelen. Diese beiden Feste bringen mich auf diese zwei wesentlichen Punkte:
HOFFEN AUF DAS NEUE
Es ist kein Zufall, dass wir diese beiden Feste im Herbst begehen. Diese Jahreszeit macht sich bemerkbar. Die Temperaturen sinken allmählich. Die Tage werden kürzer und es wird früher dunkel. Die Bäume verlieren schrittweise ihre Blätter. Vieles stirbt ab und geht zu Ende. Der Herbst ist aber nicht das Ende. Es gibt Hoffnung. Im Frühling entsteht das neue Leben. Es geschieht Wachstum und Gedeihen. Diese Herbststimmung macht uns bewusst, dass unser Leben nicht immer grün bleibt und blüht. Wir werden auch alt und verlieren unsere Kraft. Und irgendwann geht das Leben zu ENDE. Das Fest Allerseelen erinnert uns daran, dass unser Leben ein ENDE hat. Ein lateinisches Sprichwort lautet: „Mors certa, hora incerta“ – Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss. Der Tod ist aber nicht das Ende. Wir haben Hoffnung, dass wir mit Jesus Christus auferstehen und dass wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen dürfen. Das Fest Allerheiligen bringt uns auf diese Hoffnung. Denn „Allerheiligen“ sind Menschen, die das Ziel ihres Lebens erreicht haben. Sie haben GOTT von Angesicht zu Angesicht sehen dürfen.
HEILIGSEIN IM KLEINEN
Weil das Ende sicher ist, dann sollen wir die begrenzte Lebenszeit bewusst und sinnvoll nutzen. Das Fest Allerheiligen ist eine Einladung zum Heiligsein im Kleinen. Heiligkeit, das betont das Zweite Vatikanische Konzil, verlangt keine Spitzenleistungen des Glaubens. Heiligkeit entfaltet sich in den verschiedenen Umständen und Aufgaben des Lebens. Das bedeutet: Heiligkeit kommt zum Vorschein im alltäglichen Leben, im Beruf, in der Familie, in der eigenen Lebenssituation. Hier geht es aber nicht um besondere Großtaten, sondern um die kleinen Zeichen von Menschlichkeit. Ich gebe ein Beispiel von meiner Mutter. Sie kocht für uns dreimal am Tag: zum Frühstuck, Mittagessen und Abendessen. Das ist ihre tägliche Arbeit, die sie mit Treue, Freude und Liebe macht. Ihr ist wichtig, dass es uns gut geht, dass wir zu essen bekommen. Für mich ist sie eine Heilige im Kleinen.Ich wünsche mir und ich wünsche euch, dass wir im Kleinen treu sind. Der Theologe Carl Hilty sagte: „Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und zufriedener.“ Oder Jesus sagte im Evangelium: „Wer im Kleinen treu ist, ist auch im Großen treu.“ Lukas 16,10
Schöne Feiertage! Mögest du zur Ruhe kommen und die Zeit mit deinen Liebsten verbringen.
Pater Inosensius Reldi, SVD